Die Stimmlippen sind zwei feine Schleimhautfalten im Kehlkopf. Sie schwingen beim Sprechen und Singen präzise und erzeugen so den individuellen Klang der Stimme. Selbst kleine Veränderungen an ihrer Oberfläche stören dieses sensible Zusammenspiel erheblich.
Stimmbandknötchen sind schwielenartige Verdickungen, die meist beidseitig entstehen. Stimmbandpolypen sind dagegen häufig einseitige, weichere Gewebewucherungen. Beide Veränderungen sind gutartig, beeinträchtigen aber die Schwingfähigkeit der Stimmlippen und verursachen Heiserkeit, Stimmermüdung und in manchen Fällen Schluckbeschwerden.
Welche Ursachen haben Stimmbandknötchen und Stimmbandpolypen?
Stimmbandknötchen entstehen fast immer durch anhaltende stimmliche Überlastung. Stimmbandpolypen können sich dagegen auch durch einmalige stimmliche Traumata, chronische Reizungen oder andere Faktoren bilden. In beiden Fällen reagiert die Schleimhaut der Stimmlippen mit einer lokalen Gewebeveränderung auf den anhaltenden Reiz.
Häufige Ursachen sind:
- Chronische Stimmüberlastung, zum Beispiel bei Sänger:innen, Lehrer:innen oder Erzieher:innen
- Rauchen und Passivrauchen
- Chronischer gastroösophagealer Reflux (Sodbrennen)
- Schädliche Inhalationsstoffe und dauerhaft trockene Raumluft
- Wiederkehrende Entzündungen der Stimmlippen
- Falsche Sprechtechnik oder fehlerhafte Stimmführung
Symptome und mögliche Folgen
Das Leitsymptom bei Stimmbandknötchen und Stimmbandpolypen ist Heiserkeit, die sich über Wochen oder Monate entwickeln kann. Betroffene berichten von schneller Stimmermüdung, einem rauen Stimmklang und einem Fremdkörpergefühl im Hals. Auch Schluckbeschwerden sind möglich.
Bleiben die Veränderungen unbehandelt, nehmen die Beschwerden häufig zu. Eine dauerhaft veränderte Stimme beeinträchtigt Beruf und Lebensqualität erheblich. Zudem drohen Folgeerkrankungen wie chronische Laryngitis oder eine zunehmende Stimmfunktionsstörung.
Was macht der HNO-Arzt bei Stimmbandknötchen und Stimmbandpolypen?
In meiner HNO-Ordination in Wien führe ich zunächst ein ausführliches Gespräch über Ihre Beschwerden und Stimmgewohnheiten. Im Anschluss untersuche ich die Stimmlippen mit modernen endoskopischen Verfahren präzise.
- Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie): Ich untersuche die Stimmlippen direkt mit einer starren oder flexiblen Optik.
- Videostroboskopie: Mit stroboskopischem Licht beurteile ich das Schwingungsverhalten der Stimmlippen genau.
- Stimmfunktionsdiagnostik: Mit standardisierten Verfahren messe und dokumentiere ich Stimmqualität sowie Stimmbelastbarkeit objektiv.
Wie werden Stimmbandknötchen und Stimmbandpolypen behandelt?
Die Therapie richtet sich nach der genauen Diagnose, der Größe der Veränderungen und den individuellen Stimmgewohnheiten. Je nach Befund kommen konservative oder operative Verfahren zum Einsatz.
Bei Stimmbandknötchen empfehle ich als ersten Schritt eine logopädische Stimmtherapie. Durch gezielte Übungen verbessern Betroffene ihre Sprechtechnik und entlasten die Stimmlippen dauerhaft. Ergänzend sind Stimmschonung, das Meiden von Tabakrauch und bei Bedarf die Behandlung eines begleitenden Refluxes sinnvoll. Sprechen die Knötchen auf konservative Maßnahmen nicht an, ist eine mikrochirurgische Abtragung möglich.
Bei Stimmbandpolypen ist häufig eine operative Behandlung notwendig. Im Rahmen einer Mikrolaryngoskopie entferne ich den Polypen unter Vollnarkose mit präzisen Instrumenten. Ziel des Eingriffs ist die vollständige Wiederherstellung der Stimmqualität.
Sind Stimmbandpolypen gefährlich?
Stimmbandpolypen sind in der Regel gutartig und gut behandelbar. Dennoch empfehle ich, jede unklare Veränderung der Stimmlippen histologisch untersuchen zu lassen. Nur so lässt sich ein bösartiger Befund sicher ausschließen und die passende Therapie zeitgerecht einleiten.

FACHARZT FÜR HALS-NASEN-OHREN-HEILKUNDE IN WIEN
Priv. Doz. DDr. Faris Brkic ist habilitierter Facharzt an der Medizinischen Universität Wien, Privatdozenten und HNO Arzt in Wien. Nach seiner Facharztausbildung am AKH Wien absolvierte er ein spezialisiertes Rhinologie-Fellowship an der Universitätsklinik Manchester. Mit über 60 peer-reviewten Publikationen verbindet er aktive Forschung mit klinischer Praxis. Sein Schwerpunkt liegt auf Rhinologie, endoskopischer Chirurgie und ästhetisch-funktionellen Naseneingriffen.


